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Presse Rösli vom Stechelberg
Die schönste Stechelberger Weihnachtsgeschichte
Weihnachtsstück der Freien Marionettenbühne Wengen
In einer einmaligen Vorstellung führte die Freie Marionettenbühne Wengen am Stephanstag in der Kirche Wengen das Stück «Rösli von Stechelberg» auf. Eine wahrlich weihnachtliche Geschichte aus dem Lauterbrunnental.
Glücklich vereint nach grossem Leid kann auch Röslis Familie Weihnachten feiern.
Foto: Franziska Gertsch
Rösli lebt mit ihren Eltern und Bruder Fritz in einem ärmlichen Haus in Stechelberg. Die Vorweihnachtszeit bringt Kälte und den ersten Schnee ins Lauterbrunnental. Während die Mutter in der heimeligen Stube eine Mehlsuppe zubereitet, entdeckt die kleine Rösli am Waldrand eine Gämse. Der Vater fasst einen kühnen Entschluss: Trotz hoher Strafe, die auf Wilderei steht, will er die Gämse erlegen. Denn er wünscht sich von Herzen, seiner Familie nur für einmal Fleisch bieten zu können. Trotz ängstlicher Warnungen seiner Frau zieht der Familienvater los und schiesst das Tier.
Grosses Leid
Als er am nächsten Tag vom Wildhüter erwischt und nach Interlaken abgeführt wird, ist das Leid der Familie gross. Rösli grämt sich fürchterlich und glaubt, ihr Vater würde im fernen Interlaken das gemeinsame Weihnachtsfest vergessen. Angetrieben von Sorge und Angst entschliesst sich das Mädchen eines Morgens, den Vater zurückzubringen und macht sich – ohne jemandem davon zu erzählen – auf den beschwerlichen Weg nach Interlaken. Halb verfroren und nass bis auf die Knochen findet sie den Weg ins Schloss zur Gerichtspräsidentin, der sie ihr Anliegen verzweifelt schildert. Gerührt durch das Elend der Familie entscheiden die Gerichtspräsidentin und ihr Mann, der Richter, Röslis Vater früher aus der Haft zu entlassen. Mit einem Korb voller Gaben beladen, lassen sie das kleine Mädchen zurück nach Stechelberg bringen, wo die Mutter bereits voller Sorge auf sie wartet. Als am Tag vor Heiligabend der Vater – ebenfalls beladen mit Gaben und Geschenken – nach Hause zurückkehrt, ist das Ende der Geschichte perfekt.
Medium Marionettenbühne
Die siebenköpfige Freie Marionettenbühne Wengen begeisterte mit dem Stück des Spiezer Autoren Jakob Streit ein altermässig bunt durchmischtes Publikum. Das sorgfältig gestaltete Bühnenbild liess die kleine Welt der Marionetten märchenhaft und zugleich real erscheinen. So verbreitete etwa eine Kerze auf dem kleinen Marionettentisch das flackernde Licht eines Ofens. Die erzählerische Umrahmung von Martin Niedermann und die Gitarrenbegleitung von Philippe Allenspach vollendeten das Werk der Marionettenspieler, die seit vier Jahren auftreten. Die Aufführungen werden von Grund auf selbst erarbeitet: So werden Marionetten gebaut, Köpfe gemalt, Kleider genäht und gemeinsam Stücke eingeübt. «Unser Grundziel ist die Auseinandersetzung mit dem Marionettenspiel als Kunstform», sind sich Martin Niedermann und Heidi Allenspach, die hinter den Puppen spielt, einig. «Zudem möchten wir, gerade in der heutigen Zeit, in der ein Überfluss an Medienformen- und inhalten besteht, etwas Ruhiges anbieten.» Wer das Medium Marionettenbühne einmal selbst erleben möchte, hat dazu bis Mitte März jeden Donnerstag um 17.00 Uhr bei Aufführungen der Freien Marionettenbühne in Wengen die Gelegenheit.






